Besichtigung des „eIDAS-Ökosystems”

Die „Verordnung (EU) Nr. 910/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Juli 2014 über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt und zur Aufhebung der Richtlinie 1999/93/EG”, die gemeinhin als „eIDAS-Verordnung” bekannt ist, verspricht das Vertrauen und die Effizienz von elektronischen Transaktionen in Europa zu steigern. In diesem Blogeintrag wollen wir ins Gedächtnis zurückrufen, worum es in der eIDAS-Verordnung geht, und wir möchten Sie herzlich einladen, mit uns zu einem „virtuellen Aussichtspunkt” hinaufzusteigen, von dem aus die wesentlichen Teile und Dienste des „eIDAS-Ökosystems“ und ihr Zusammenspiel erkennbar werden, so dass Sie die existierenden Vertrauensdienste in einer interaktiven eIDAS-Landkarte erkunden und das generelle Potential  und Ihre individuellen Vorteile  durch diese EU-Verordnung erkennen können.

Das „eIDAS-Ökosystem” auf einem Blick

Wie in der Abbildung gezeigt, umfasst das „eIDAS-Ökosystem” insbesondere den „Benutzer”, der einen „eIDAS-basierten Transaktionsdienst” nutzt. Dieser Transaktionsdienst greift wiederum auf eine Reihe von weiteren „eIDAS-Diensten” zu, deren Vertrauenswürdigkeit durch das „eIDAS Vertrauenssystem” sichergestellt wird.

Das „eIDAS Vertrauenssystem”, welches auf Grund der ausgefeilten, darin zusammenwirkenden Mechanismen eine gesonderte Behandlung in einem zukünftigen Blogeintrag verdient, stellt die vertrauenswürdige Basis für das „eIDAS-Ökosystem” bereit, die durch eine sorgfältig ausgewählte Kombination von Maßnahmen wie Akkreditierung, Konformitätsbewertung, Überwachung und Vorfallsbehandlung erreicht wird.

Während auch das Reich der „eIDAS-basierten Transaktionsdienste” facettenreich genug ist, um besser in zukünftigen Blogeinträgen behandelt zu werden, sollen die „eIDAS-Dienste“ im Folgenden kurz vorgestellt und näher erläutert werden, da sie das funktionale Herz des „eIDAS-Ökosystems“ bilden.

Die „eIDAS-Dienste” umfassen den „Identifizierungsdienst” (eID-Service) gemäß Kapitel II der eIDAS-Verordung und verschiedene „Vertrauensdienste“ (Trust Services) gemäß Artikel 3 (16) und Kapitel III der eIDAS-Verordnung. Diese umfasst insbesondere

Identifizierungsdienst (eID-Service)

Der „Identifizierungsdienst“ (eID-Service) ermöglicht die sichere Identifizierung und Authentifizierung von Benutzern und juristischen Personen. Hierbei können die gemäß
Artikel 9 notifizierten Identifizierungssysteme sowie weitere geeignete Mittel zur Identifizierung und Authentifizierung genutzt werden. Für die Bewertung des Sicherheitsniveaus eines Identifizierungssystems bzw. Identifizierungsmittels sind in Artikel 8 der eIDAS-Verordnung die Stufen „niedrig“, „substanziell“ und „hoch“ definiert und detaillierte Anforderungen finden sich im zugehörigen Durchführungsrechtsakt DVO (EU) 2015/1502. Notifizierte Identifizierungssysteme, die zumindest die Stufe „substanziell“ erreichen, werden gemäß Artikel 6 der eIDAS-Verordnung von den EU-Mitgliedsstaaten bei grenzüberschreitenden Transaktionen gegenseitig anerkannt.

Zertifizierungsdienst (Certification Authority, CA)

Ein „Zertifizierungsdienst” (Certification Authority, CA) erzeugt elektronische Zertifikate und stellt diese für Benutzer und andere Entitäten (Zertifikatsinhaber, Subject) aus. Dies kann entweder direkt oder vermittelt über einen entsprechenden Dienst, wie z.B. dem „eIDAS-basierten Transaktionsdienst“ oder dem „Signatur- und Siegelerstellungsdienst“ (SigS) erfolgen. In diesem Fall interagiert der Dienst mit dem CA-System und bestimmt zusammen mit dem „Identifizierungsdienst” die Identität des Zertifikatsinhabers, indem die entsprechenden Identitätsattribute geprüft und bestätigt werden, die schließlich mit dem öffentlichen Schlüssel des Zertifikatsinhabers kombiniert und zur Erstellung des Zertifikates vom „Zertifizierungsdienst“ signiert werden.

Zeitstempeldienst (Time Stamping Authority, TSA)

Die Möglichkeit die Existenz bestimmter Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt beweisen zu können, ist eine Anforderung, die bei vielen elektronischen Transaktionen (z.B. für elektronische Signaturen, bei der Verwaltung elektronischer Rechte, bei elektronischen Verträgen oder für beweiskräftige Aufzeichnungen) benötigt wird. Zu diesem Zweck erhält ein „Zeitstempeldienst“ (Time Stamping Authority, TSA) die mit einem Zeitstempel zu versehenden Daten, oder einen Hashwert davon, und liefert einen Zeitstempel zurück, der neben dem Hashwert der Daten eine zuverlässige Zeitangabe umfasst und mit einer Signatur des Zeitstempeldienstes versehenen ist.

Signatur- und Siegelerstellungsdienst (Signature Generation & Sealing Service SigS)

Der „Signatur- und Siegelerstellungsdienst” (Signature Generation & Sealing Service, SigS) ermöglicht die Erzeugung von (qualifizierten) elektronischen Signaturen gemäß Abschnitt 4 und (qualifizierten) elektronischen Siegeln gemäß Abschnitt 5 der eIDAS-Verordnung in technischen Formaten, wie z.B. CAdES, XAdES und PAdES.

Validierungsdienst (Validation Service, ValS)

Die (qualifizierten) elektronischen Signaturen und Siegel, die mit dem oben erläuterten SigS erzeugt werden, können mit dem „Validierungsdienst“ (Validation Service, ValS) geprüft werden. Hierzu nutzt der ValS die in den Vertrauenslisten gemäß Artikel 22, bzw. dem Durchführungsbeschluss DFB (EU) 2015/1506 und ETSI TS 119 162(v2.1.1), enthaltenen Zertifikate als Vertrauensanker und führt eine Signaturprüfung gemäß EN 319 102-1 in Verbindung mit einer geeigneten Signaturprüfungspolitik (Signature Validation Policy) durch.

Bewahrungsdienst (Preservation Service, PresS)

Die langfristige Aufbewahrung signierter Dokumente macht eine Form der Aufbewahrung notwendig, die die Lesbarkeit und den Erhalt der Beweiskraft der Dokumente und Signaturen unabhängig vom Speichermedium sicherstellt. Um die rechtliche Gültigkeit und die Beweiskraft elektronischer Signaturen und Siegel langfristig zu erhalten, müssen geeignete Bewahrungstechniken eingesetzt werden, wie sie in ETSI SR 019 510 beschrieben sind. Die Aufbewahrungstechniken, die von einem „Bewahrungsdienst“ (Preservation Service, PresS) gemäß Artikel 34 der eIDAS-Verordnung umgesetzt werden müssen, können sich auf Evidence Records gemäß RFC 4998 oder RFC 6283 oder die kontinuierliche Konservierung von Signaturen mit Archivzeitstempeln gemäß CAdES oder XAdES stützen.

Zustelldienst (Electronic Delivery Service, EDS)

In der papierbasierten Welt kann durch den Versand eines Briefs als Einschreiben sicher erkannt werden, dass ein Brief wirklich den Empfänger erreicht hat. Diese Dienstleistung wird durch die Postdienstleister angeboten. In diesem Fall schreibt der Absender seine Nachricht auf ein Stück Papier und steckt dieses in einen abgeschlossenen Umschlag, auf dem die Adresse des Empfängers vermerkt ist und verschickt diesen schließlich mit der Post. Die Zurechenbarkeit, die Vertraulichkeit und die Unversehrtheit des Briefs wird weitgehend durch den Absender sichergestellt, während der Postdienstleister vor allem die Gewähr für die Verfügbarkeit und die korrekte Zustellung der Sendung übernimmt.

Gemäß Artikel 44 der eIDAS-Verordnung müssen „qualifizierte Dienste für die Zustellung elektronischer Einschreiben […] folgende Anforderungen erfüllen:

  1. Sie werden von einem oder mehreren qualifizierten Vertrauensdiensteanbietern erbracht.
  2. Sie stellen die Identifizierung des Absenders mit einem hohen Maß an Vertrauenswürdigkeit sicher.
  3. Sie stellen die Identifizierung des Empfängers vor der Zustellung der Daten sicher.
  4. Das Absenden und Empfangen der Daten ist durch eine fortgeschrittene elektronische Signatur oder ein fortgeschrittenes elektronisches Siegel eines qualifizierten Vertrauensdiensteanbieters auf eine Weise gesichert, die die Möglichkeit einer unbemerkten Veränderung der Daten ausschließt.
  5. Jede Veränderung der Daten, die zum Absenden oder Empfangen der Daten nötig ist, wird dem Absender und dem Empfänger der Daten deutlich angezeigt.
  6. Das Datum und die Zeit des Absendens, Empfangens oder einer Änderung der Daten werden durch einen qualifizierten elektronischen Zeitstempel

Vor dem Hintergrund dieser Anforderungen ist es offensichtlich, dass ein „Zustelldienst“ (Electronic Delivery Service, EDS) eine Vielzahl weiterer eIDAS-Dienste umfasst bzw. nutzen muss. Dies umfasst z.B. den „Identifizierungsdienst“, den „Signatur- und Siegelerstellungsdienst“ (SigS), den „Validierungsdienst“ (ValS), den „Zeitstempeldienst“ (TSA) und muss die vom „Zertifizierungsdienst“ (CA) bereitgestellten Zertifikatstatusinformationen auswerten.

Entdecken Sie das Potenzial von eIDAS mit der interaktiven eIDAS-Landkarte

Der EDS ist ein schönes Beispiel dafür, dass verschiedene grundlegende „eIDAS-Dienste“ zu einem umfassenderen „eIDAS-Dienst“ bzw. einem „eIDAS-basierten Transaktionsdienst“ für anwendungsspezifische Anforderungen zusammengefasst werden können. Ein zentraler Aspekt der eIDAS-Verordnung ist, dass durch sie die regulatorischen Anforderungen für elektronische Identifizierungsdienste und Vertrauensdienste europaweit harmonisiert werden und auch der rechtliche Effekt von notifizierten Identifizierungssystemen (siehe Artikel 6), elektronischen Signaturen (siehe Artikel 25), elektronischen Siegeln (siehe Artikel 35), Zeitstempeln (siehe Artikel 41), elektronischen Zustelldiensten (siehe Artikel 43) und nicht zuletzt elektronischen Dokumenten (siehe Artikel 46) nun europaweit einheitlich geregelt ist.

Deshalb können Anbieter und Nutzer von Vertrauens- und Transaktionsdiensten aus der großen Anzahl qualifizierter Vertrauensdiensteanbieter, die derzeit im Europäischen Markt aktiv sind, auswählen und diese über die heute bereitgestellte interaktive eIDAS-Landkarte leicht erkunden. Diese Landkarte bietet jeweils einen tagesaktuellen Überblick über die am Europäischen Markt agierenden Vertrauensdiensteanbieter und ihre derzeit angebotenen Vertrauensdienste.

Der individuelle Nutzen der eIDAS-Verordnung – Was bringt mir eIDAS?

Welche spezifischen Vorteile und welchen Nutzen die eIDAS-Verordnung für Sie genau bereithält, hängt von Ihrer spezifischen Rolle im „eIDAS-Ökosystem“ ab. Der Vorteil für Anbieter von „eIDAS-Diensten“ ist, dass diese nun ihre Dienste in ganz Europa anbieten und verkaufen können, was neue und sehr interessante Vermarktungsmöglichkeiten beinhaltet. Der Vorteil für Benutzer ist, dass diese nun aus einer Vielzahl von angebotenen Vertrauensdiensten mit wohldefinierter Vertrauenswürdigkeit wählen können und die mit der Nutzung dieser Dienste verbundenen Rechtsfolgen klar definiert sind. Der möglicherweise größte mit der eIDAS-Verordnung einhergehende Vorteil existiert jedoch für „eIDAS-basierte Transaktionsdienste“, die Gegenstand eines zukünftig erscheinenden Blogeintrags sein werden.

Danksagung

Wir erkennen dankbar an, dass dieser Blogeintrag auf Inhalten aufbaut, die im FutureTrust-Projekt erarbeitet wurden, das unter dem Förderkennzeichen No. 700542 Fördermittel aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizont 2020“ der Europäischen Union erhalten hat.

Innovationspreis Bayern 2016 für SkIDentity als Auftakt für Digitalisierungsoffensive „BayernID“

Nach verschiedenen internationalen Auszeichnungen im letzten Jahr und dem erfolgreichen Abschluss einschlägiger Zertifizierungsverfahren wurde die oberfränkische ecsec GmbH gestern Abend für „SkIDentity–Mobile eID as a Service“ mit dem renommierten Innovationspreis Bayern 2016 ausgezeichnet. Die von der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, dem Präsidenten des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags, Dr. Eberhard Sasse, und dem Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern, Georg Schlagbauer, verliehene Auszeichnung bildet den Auftakt für die „BayernID“-Initiative – die auf vertrauenswürdige Identitäten gestützte Digitalisierungsoffensive der bayerischen Wirtschaft.

Innovationspreis Bayern 2016 für „SkIDentity – Mobile eID as a Service“

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hat gestern in feierlichem Rahmen im Ehrensaal des Deutschen Museums in München zusammen mit dem Präsidenten des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags, Dr. Eberhard Sasse, und dem Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern, Georg Schlagbauer, den Innovationspreis Bayern 2016 verliehen. Unter insgesamt 187 nominierten Unternehmen wurde die oberfränkische ecsec GmbH für „SkIDentity – Mobile eID as a Service“ ausgezeichnet. „Ich gratuliere dem Unternehmen ecsec GmbH zum Gewinn des Innovationspreises 2016. Mit der Verwandlung elektronischer Identitätsdokumente (eID) in sichere und mobil nutzbare „Cloud Identitäten“, die leicht in beliebigen Cloud- und Webanwendungen für die datenschutzfreundliche Authentifizierung genutzt werden können, hat ecsec einen wichtigen Beitrag für eine sichere und benutzerfreundliche vernetzte Welt geleistet. Es ist außerdem eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung der Wirtschaft und Gesellschaft“, so Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner.

Sichere elektronische Identitäten für eine erfolgreiche Digitalisierung der Wirtschaft

Die kürzlich vom Bundesminister des Innern vorgelegte „Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland 2016“ sieht die Bereitstellung und Nutzung sicherer elektronischer Identitäten als wichtige Grundlage für eine nachhaltig erfolgreiche Digitalisierung der Wirtschaft vor: „Einen Kernpunkt stellen die Ausweisdokumente mit Online-Ausweisfunktion dar, mit dem die Bundesregierung bereits eine hochsichere und datensparsame Identifikationsmöglichkeit im Netz bereitstellt. Ziel ist es, die Onlineausweisfunktion – und davon abgeleitete sichere Identitäten – als Standard-Identifizierungsmittel für sensible Dienste zu etablieren, fortzuentwickeln und vergleichbar sichere Lösungen auch in der Wirtschaft zu fördern.“

Durch den ausgezeichneten SkIDentity-Dienst kann unter anderem der elektronische Personalausweis, die österreichische Sozialversicherungskarte (e-card), die estnische Identitätskarte und „e-Residency ID“ sowie diverse Signatur- und Bankkarten für die sichere Umsetzung elektronischer Geschäftsprozesse genutzt werden. Durch das von der Zertifizierungsstelle der TÜV Informationstechnik GmbH (TÜViT) ausgestellte Zertifikat für den SkIDentity-Dienst gemäß dem „Trusted Cloud Datenschutz-Profil für Cloud-Dienste“ (TCDP) mit der höchsten Schutzklasse III und die Zertifizierung der „Secure Cloud Infrastructure (SkIDentity)“ gemäß ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI-IGZ-250) wurde der Nachweis erbracht, dass im SkIDentity-Dienst selbst höchste Ansprüche an Datenschutz und Datensicherheit erfüllt sind.

„BayernID“ – die integrierte Digitalisierungsoffensive für die bayerische Wirtschaft

Der elektronische Personalausweis wird in Bayern bereits seit längerer Zeit erfolgreich für die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen genutzt und seit dem 01.07.2016 ist auch die eIDAS-Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Europäischen Binnenmarkt vollständig anwendbar. Darüber hinaus fördert der Freistaat Bayern mit dem „Digitalbonus.Bayern“ die sichere Digitalisierung von Geschäftsprozessen in kleinen und mittleren bayerischen Unternehmen.

Vor diesem Hintergrund haben sich führende bayerische Technologieanbieter, Beratungsunternehmen und Digitalisierungsexperten ausgewählter Industrie- und Handelskammern zusammengeschlossen und mit dem „BayernID“-Paket (http://BayernID.de) ein integriertes Dienstleistungspaket für die intelligente Digitalisierung der Geschäftsprozesse in bayerischen Unternehmen geschnürt. Dieses Paket umfasst die kompetente und unverbindliche Beratung zu generellen Digitalisierungsmaßnahmen und Aspekten der IT-Sicherheit, zeigt die mit der eIDAS-Verordnung verbundenen Chancen auf und stellt bei Bedarf vertrauenswürdige Identitäten, sowie weitere Cloud- und Vertrauensdienste zu Vorzugskonditionen bereit. Neben der mit dem Innovationspreis Bayern 2016 ausgezeichneten ecsec GmbH wird die „BayernID“-Initiative vom international führenden Technologiekonzern Giesecke & Devrient GmbH, dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), der SiXFORM GmbH, der Urospace GmbH, dem insbesondere in Bayern aktiven Verein zur Förderung der Nutzung der Online-Ausweisfunktion buergerservice.org e.V., dem IT-Cluster Oberfranken e.V., dem Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof (iisys), dem in München ansässigen Anbieter des iDGARD-Dienstes Unsicon GmbH sowie den Industrie- und Handelskammern für Mainfranken Würzburg-Schweinfurt und für Oberfranken Bayreuth unterstützt und ist offen für weitere Partner, die konstruktiv an der Digitalisierung der bayerischen Wirtschaft mitwirken möchten.

Bestandteil der „BayernID“ ist insbesondere auch der neuartige „Video Ident Service“ von Giesecke & Devrient, mit dem der Personalausweis zur Eröffnung eines Bankkontos, zur Aktivierung einer Prepaid SIM-Karte oder zur Identifizierung eines Versicherten im Gesundheitswesen ohne Kartenlesegerät genutzt werden kann. Analog kann damit auch der beim Carsharing regelmäßig notwendige Check des Führerscheins nunmehr online erfolgen. „Wir freuen uns, mit unseren benutzerfreundlichen Sicherheitstechnologien in der BayernID-Initiative einen Beitrag zur erfolgreichen Digitalisierung der bayerischen Wirtschaft leisten zu können“, kommentiert Frank Nordmann, verantwortlich für den Bereich Public Sector bei Giesecke & Devrient. „Die Überprüfung der Identität und des damit verbundenen Dokumentes geschieht wahlweise im Browser oder auch mobil in einer Smartphone App, wobei stets eine elektronische Prüfung der vielfältigen in das Ausweisdokument integrierten Sicherheitsmerkmale und ein Abgleich der Benutzerinformationen stattfindet.“

Der in München ansässige gemeinnützige Verein buergerservice.org e.V. unterstützt die „BayernID“-Initiative mit der vom Verein entwickelten SID-Box (Secure Identity-Box). Mit Hilfe der SID-Box kann mit geringstem Aufwand ein Terminal für die direkte Verwendung der Online-Ausweisfunktion des Personalausweises, ein digital Service Point, hergestellt werden. Unternehmen, Institutionen und Behörden sind damit in der Lage, allen Personen in ihrem Umfeld (Mitarbeitern, Kunden, Mitgliedern usw.), den Zugang zur „BayernID“ auf sehr einfache Art und Weise zu ermöglichen. Die ersten digital Service Points werden derzeit in Kooperationen von Kommune, IHK und buergerservice.org in der Stadt Ansbach und im Landkreis Würzburg eingerichtet.

SkIDentity vom BSI gemäß ISO 27001 und von TÜViT gemäß Trusted Cloud Datenschutz-Profil zertifiziert

Heute wurde im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) das von der Zertifizierungsstelle der TÜV Informationstechnik GmbH (TÜViT) ausgestellte Zertifikat für den SkIDentity-Dienst gemäß dem „Trusted Cloud Datenschutz-Profil für Cloud-Dienste“ (TCDP) mit der höchsten Schutzklasse III an die ecsec GmbH übergeben. Außerdem hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die „Secure Cloud Infrastructure (SkIDentity)“ gemäß ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz zertifiziert (BSI-IGZ-250).

Datenschutz und Datensicherheit das Fundament für erfolgreiche Digitalisierung

Im Rahmen der heutigen Abschlussveranstaltung des Pilotprojekts „Datenschutz-Zertifizierung für Cloud-Dienste“ wurden nicht nur die bemerkenswerten Projektergebnisse samt des auf Basis von ISO/IEC 27002 und ISO/IEC 27018 erarbeiteten Kriterienkatalogs vorgestellt, sondern auch das von der Zertifizierungsstelle der TÜV Informationstechnik GmbH (TÜViT) für den SkIDentity-Dienst ausgestellte Zertifikat gemäß des „Trusted Cloud Datenschutz-Profil für Cloud-Dienste“ übergeben. Wie im Zuge des Prüf- und Zertifizierungsverfahrens nachgewiesen wurde, erfüllt der SkIDentity-Dienst die anspruchsvollen Anforderungen der höchsten Schutzklasse III, so dass mit SkIDentity auch besonders sensible Daten in rechtskonformer Weise verarbeitet werden können.

SkIDentity-Technologie ist nun nicht nur ausgezeichnet, sondern auch zertifiziert

Der bereits mehrfach ausgezeichnete¹ SkIDentity-Dienst (https://skidentity.de) wurde im Rahmen der „Trusted Cloud“ Initiative mit Unterstützung des BMWi entwickelt. Durch ihn können elektronische Identitätsdokumente (eID), wie z.B. der elektronische Personalausweis, sehr leicht in Cloud- und Webanwendungen genutzt werden. Hierbei können aus den elektronischen Ausweisdokumenten kryptographisch geschützte „Cloud Identitäten“ abgeleitet, auf beliebige Smartphones übertragen und dort für die starke pseudonyme Authentisierung oder einen selbstbestimmten Identitätsnachweis in der Cloud genutzt werden. Durch SkIDentity müssen in den angeschlossenen Cloud- und Webanwendungen keine Passworte mehr gespeichert werden, die gestohlen und missbraucht werden könnten.

Wie dem vom BSI ausgestellten Zertifikat (BSI-IGZ-250) entnommen werden kann, war nicht nur der Identitätsmanagement-Dienst von SkIDentity Gegenstand des Zertifizierungsverfahrens gemäß ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz, sondern die komplette „Secure Cloud Infrastructure (SkIDentity)“, die für den hochsicheren Betrieb von weiteren Cloud- und Webanwendungen genutzt werden kann. „Die Verarbeitung von sensitiven Daten innerhalb von Cloud-Diensten erfordert hohe Sicherheitsstandards. Ein transparenter Nachweis über die korrekte Umsetzung eines angemessenen Sicherheitskonzeptes kann nur über ein neutrales Zertifizierungsverfahren erbracht werden,“ ergänzt Bernd Kowalski, Abteilungspräsident im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. „Bei der Zertifizierung von SkIDentity wurde gezeigt, dass auch die besonders hohen Anforderungen, die mit der Nutzung des Personalausweises in Cloud-Diensten einhergehen, über eine ISO 27001 Zertifizierung auf Basis von IT-Grundschutz nachgewiesen werden können.“

¹ Siehe https://www.skidentity.de/auszeichnungen/ .